Fast beschleicht einen der Eindruck als hätten die Gefangenen die Kontrolle über das Gefängnis übernommen. Neben Migard, dem letzten verbleibenden Wächter, befinden sich mit Tarnarok, Morzugh, Merribert und Ysra gleich vier der ehemaligen Gefangenen an der Seite unserer Helden und die Behaglichkeit der Wächterstube lädt zum Schmieden neuer Pläne ein. Wäre da bloß nicht die moralisch fehlgeleitete Eisenfaust Arok, die zuvor verschwunden war um Verstärkung zu holen. In einer voll Überheblichkeit strotzenden Weise betritt er das Gefängnis und schiebt Drazhska, einen von Morzughs Stammesmitgliedern durch die Eingangstür des Gefängnisses. Arok plustert sich auf um der Gruppe mit der Abriegelung des unterirdischen Komplexes zu drohen, doch Langdo hat keine Lust auf große Reden und verbannt ihn kurzerhand aus dieser Dimensionsebene. Aroks Verschwinden bleibt jedoch nicht unentdeckt und so schließen zwei weitere zwergische Wachmänner hinter ihm die Tore des Gefängnisses und setzen die Drohung in die Tat um. Der Weg ist versperrt und Arok in der Gewalt der Gruppe, sobald seine Verbannung endet.

Drazhska
Drazhska war einstiger Schatzmeister und Morzughs rechte Hand, als er noch Anführer seines Stammes war. Doch aus dem einst bedrohlichen Ork war ein abgemagerter alter Mann geworden, der nach Morzughs Niederlage gegen Altharion nunmehr den Eisenfäusten als einfacher Bergarbeiter unterstellt war. Ehrfürchtig fällt Drazshka vor die Füße seines einstigen Meisters und berichtet ihm vom Leiden seines Stammes unter der neuen Führung. Als sie von den Eisenfäusten über Altharions Tod unterrichtet wurden, war ihm sofort klar, dass die Ehre der Führung Morzugh gebührt. Er und zwei weitere Stammesmitglieder Kraghun und Zhumbarak verweigerten die Befehle, was ihn in diese missliche Lage brachte. Seine Brüder hingegen sind weiterhin dort draußen auf der Flucht. Als Aroks Verbannung endet, hüllt sich dieser in Schweigen und beobachtet prüfend und abschätzig die vergeblichen Bemühungen das verschlossene Tor zu überwinden. Die Gruppe hat bereits aufgegeben und sich dem letzten unerforschten Fleck der Höhle zugewandt, als Morzugh eine wahrlich brennende oder vielmehr ätzende Idee in den Sinn schießt. Drazshka würde seinem Meister ohnehin blind in den Tod folgen und so verleiht er ihm die Fähigkeit Säure aus seinem Mund zu speien, doch die einprasselnden Spritzer werden geradewegs von der Tür zurückgeschleudert und verletzten Drazshka lebensbedrohlich im Gesicht. Arok scheint von alledem amüsiert, verspottet die Einfältigkeit der Orks und während Drazshka um sein Leben ringt, eilt Farhiya herbei um ihn mit einem Heilzauber von den Qualen zu befreien. Alle Wege nach draußen sind abgeschnitten und die scheinbare Unausweichlichkeit lässt Zaratan mit einem unmoralischen Angebot an Belegar herantreten. Die Macht das Tor zu zerstören, gegen ein Ärmchen des ahnunglosen Bannmagiers. Alles in Belegar widersetzt sich gegen den Gedanken, seinem Freund diese Grausamkeit anzutun. Doch es sind viele Tage vergangen in denen Belegar seinen dunklen Begleiter vertröstet und auch weiterhin fehlt es ihm an einer Alternative zur Erfüllung des Auftrags. Weiß er doch, zu welch sinnesverändernden Einflüssen Zaratan im Stande ist.Der letzte unerforschte Gang gleicht mehr einer Halle als einem Gefängnis. Überall liegen Grabungswerkzeuge herum und eigenartige Apparaturen die über ein verzweigtes Rohrgeflecht miteinander verbunden sind emittieren ein bläuliches Licht, ebenso wie der See den sie zu Füllen scheinen. Ein See randvoll mit flüssigem Arnitium, in seiner beißenden Hitze, wie es Belegar, Langdo und Farhiya in Gorstuks Heiligtum erlebt hatten und auch diesmal bedeutet der Schein nichts Gutes. Als das Grollen eines mächtigen Monsters, die dumpfen Klänge der Höhle durchbricht und sich die Wellen des Arnitiumsees auftürmen, rüstet sich die Gruppe zum Kampf.

Tarnaroks Drache Arnumil ist zurückgekehrt. In Form und Farbe erinnert nichts an das knochige Gerüst jenen Wesens, dem Hisk einen Zahn entriss und den Belegar und Langdo den Kiefer sprengten. Das Arnitium hat ihn vollumfänglich zu alter Stärke geführt. Bedrohlicher, aggressiver und hungriger als je zuvor. Unter den Magiekundigen ist das Wissen um die Drachen weit verbreitet, doch bei Arnumil scheint es sich um eine gänzliche Neuschöpfung zu handeln, wie man aus der Art seiner Angriffe rückschließen kann. Zwei Odems versuchen die Gruppe einzukesseln und die Wege abzuschneiden während Arnumil einen gigantischen Energiestoß in Richtung der Gruppe aussendet, der Langdo fast mit einem Schlag den endgültigen Tod beschert. Tarnarok eilt herbei, doch er kann nur tatenlos dabei zusehen, wie sein enger Weggefährte, vollends der Korrumpierung verfällt. Arnumil nutzt die ihn umgebenden Apparaturen um seine Kräfte zu regenerieren, doch als er seinen einstigen Meister sieht, dringt er tief in die Gedanken von Farhiya und Belegar und befiehlt ihnen Tarnarok zu töten. Die beiden haben keine Chance seinen Befehlen zu widerstehen und so wirkt es für einen Moment, als würde Tarnarok ein tragisches Ende finden. Doch wieder einmal ist es Langdo der in letzter Sekunde mit einer meisterhaften Verbannung einschreitet. Arnumil verschwindet und mit einem leisen dumpfen Laut verschwindet er von der Bildfläche. Ein Zeichen, dass das Wesen nie für diese Ebene der Existenz bestimmt war. Tarnarok scheint endgültig gebrochen. Altharion und Terryn haben ihm alles genommen. Seine Kräfte, sein Volk und nun auch seinen Freund. Geistesabwesend watet er in den Arnitiumsee, aus dem Arnumil emporgestiegen war. Vor den Augen der Gruppe scheinen sich die Kräfte des Arnitiums wieder in seinem Körper zu bündeln. Arnumil mag verstorben sein, doch Tarnaroks Quell der Macht ist zurückgekehrt. Was zurückbleibt ist ein kristallklarer Fluss reinen Wassers.


Die Hitze weicht einer angenehmen Kühle und Farhiya verspürt ebenfalls das Verlangen ins Wasser zu treten. Ihre Wunden werden geheilt, die Präsenz von Gorstuk umhüllt sie mit einer beruhigenden Wärme und in ihrer Hand erscheint ein Amulett mit dem Symbol ihrer Göttin. Ein leises Flüstern erklingt: „Wann immer ihr in größter Gefahr schwebt, werde ich an eurer Seite sein, nutzt das Amulett.“ Belegar und Morzugh folgen ihr und empfangen ebenfalls Gorstuks heilende Kräfte, doch ehe Merribert und Langdo nachkommen, wendet sich der selbsternannte Meister der Illusionsmagie mit einem Schriftstück an den Bannmagier, das er ihm vorenthalten hatte. Ein Text eingewickelt in eine undefinierte Zeichnung fünf verschiedener Kristalle: „Ich denke das sollte genügen um euer Vertrauen in die Zuverlässigkeit meiner Quellen herzustellen. Unternehmt keinesfalls den Versuch die Schrift auszusprechen, bis ihr mich befreit habt. Die Macht dieses Zaubers ist zu enorm um von einem Sterblichen kanalisiert zu werden. Ich hoffe ihr könnt abyssisch.“ Offensichtlich ein Text Magdajels an Altharion und der abyssische Text trägt eine Überschrift: Raldanes. Merribert hatte versucht sich selbst einen Reim daraus zu machen ist dem abyssischen aber nicht mächtig. Doch er kennt jemanden der Langdo weiterhelfen könnte. Tribormir ein halblingisches Magier in Faringard, spezialisiert auf das Studium alter Sprachen. Vielleicht kann er den Zauber übersetzen. Die Verwandlung des Sees offenbart eine kleine Aussparung, die Arnumil scheinbar als Rückzugsort diente. Ehe endgültig die Zeit gekommen ist um das Gefängnis ein für alle Mal hinter sich zu lassen, durchsucht die Gruppe den Hort des Drachen, wo sie die verbliebenen magischen Artefakte und unfassbare Mengen von Gold entdecken. Es ist für Jeden etwas dabei. Rüstungen, Zauberstäbe, magische Kuriositäten, aber auch ein merkwürdiger Mantel voll mit aufgenähten Flicken, von denen Merribert behauptet man könne sich frei aussuchen welche Gegenstände man durch sie beschwören könne. Morzugh wird der Besitz zugesprochen und als er neben verschiedenen Tränken schließlich das letzte Objekt ausgewählt hat, erscheint die Abbildung eines Briefs auf der Robe. Eine Einladung des Magiers Tribomir in den „Zirkel der Zurückhaltung – Nur für besonders maßvolle Träger, die nicht zu viel verlangen“. Eine Einladung die Merribert scheinbar nie zu Teil wurde. Erneut der Name des Zauberers, welch Zufall das Langdo nur wenige Augenblicke vorher von seiner Existenz erfahren hatte. Der Ausbruch aus der Gefangenschaft und damit die Rückkehr an die Oberfläche gestaltet sich im Gegensatz zu den restlichen Strapazen als lediglich körperlich anstrengend und nach wenigen Stunden mit Spitzhacke und Schaufel gelingt es der Gruppe einen Durchgang parallel zur verschlossenen Tür freizulegen, durch den sie das überliegende Rathaus erreichen. Als sie die erste Tür betreten finden sie sich in einer Art provisorischen Bestallung mit drei angeleinten Pferden wieder. Daneben liegen einige Verstorbene, vermeintliche Stadtwachen von Themar, aufeinandergestapelt in ihrem eigenen Saft. Die Leichen sehen noch recht frisch aus, weshalb Morzugh seine magischen Fähigkeiten einsetzt um mit einem der Toten zu sprechen. Von ihm erfährt die Gruppe, dass die Männer durch den Stamm der Gorvash bei einem Angriff umgekommen seien, zu den hiesigen Wachen, Altharion oder den Eisenfäusten gibt es indes aber keine neuen Informationen.
Unaufhörlich entwickeln sich die Geschehnisse der Welt weiter. Altharion, Terryn, Magdajel, die Zin Thu Har, was führen sie alle im Schilde? Wenig ist bisher gewiss, außer dass das Schicksal der Elfen, der Eisenfäuste und das von Morzughs Stammesbrüdern eng mit den Entwicklungen verknüpft ist. Doch für eine Konfrontation ist nun nicht die richtige Zeit. Zunächst gilt es Licht in einige der dunklen Ecken zu bringen, die sich in der letzten Zeit auftaten. Was hat es mit Gromir und Tharn, den beiden Dieben von Blutsturm mit dem vermissten Vater auf sich? Wer ist dieser Magier Tribomir mit dem Hang zu feinem Gewand und der Vorliebe für Sprachwissenschaften? Und hängen Gorstuks rätselhafte Offenbarung, Farhiyas Kristall und die Zeichnung auf dem Pergament, mit welchem Magdajel Altharion den Zauber Raldanes zukommen ließ vielleicht zusammen? Einige der Spuren scheinen in Faringard zusammenzuführen.
Beute aus diesem Kapitel
Farhiya:
- Stab des Himmelsblenders
- Bonus +1 auf Magische und Physische Angriffe
- Eine Reaktion kann genutzt werden um eine fliegende Kreatur in 30ft Reichweite zu blenden. Wurf: KON gegen SG15
Belegar:
- Arnitium Schienenpanzer / RK17
- Wertet jeden kritischen Treffer gegen den Träger wie einen normalen Treffer.
- Nachteil bei Heimlichkeitswürfen
Langdo:
- Schriftrolle vom Zauber Raldanes
- Eingewickelt in eine Zeichnung verschiedener Kristalle
- Geschrieben auf Abyssisch (offenbar von Magdajel)
- Robe der Augen
- Vorteil auf Wahrnehmungswürfe die sich nach der Sicht richten
- Ermöglicht es unsichtbare Kreaturen und Objekte zu sehen, sowie 120ft in die ätherische Ebene zu blicken
- Ist besonders anfällig gegen Licht-Zauber, was zur Erblindung führen kann.
Morzugh:
- Beutel des Verschlingens
- Ein eigenartiger Beutel, der scheinbar Menschen und Gegenstände aufbewahren, aber auch töten kann. Gefährlich…
- Robe der nützlichen Dinge
- Enthält selbstgewählte Aufnäher für verschiedene Gegenstände
- Können bei Bedarf abgerissen werden um den entsprechenden Gegenstand zu beschwören.
- Einladung vom Magier Tribomir zum „Zirkel der Zurückhaltung“



