Geschichten der elfischen Gattung: Die Besiedlung Artanias

Geschichten der elfischen Gattung

Kapitel 1: Die Besiedlung Artanias

Als die Elfen Artania entdeckten, fanden sie sich in einer Natur wieder die einem anderen Universum zu entspringen schien. Die ersten Siedler landeten an den nordöstlichen Dünen, die sich über nahezu die gesamte Küste erstreckten. Doch um sich niederzulassen fehlt es an fruchtbaren Ackerboden und so kämpfen sie sich über unwegsames Gelände und undurchdringbare Wälder ins Landesinnere vor, bis sie schließlich ein ausgedehntes Grünland erreichten. Die hügelige Landschaft erstreckte sich soweit das Auge reicht und sattes grünes Gras bedeckte den kompletten Boden. Die Elfen waren sich sicher, dass sie hier gute Erträge einfahren könnten, doch als sie die Umgebung genauer erforschten, stießen sie auf unzählige kleine Krater, die diese malerische Landschaft wie Geschwüre durchzogen. Die trichterförmigen Vertiefungen reichten hunderte Meter in die Erdoberfläche und bildeten die Zugänge zu einem Höhlensystem, dass ganz Artania zu überspannen schien. Unter den Elfen verbreitete sich schnell das Gerücht, magische Würmer würden die Tunnelsysteme zur Fortbewegung benutzen, doch trotz ihrer furchteinflößenden Tiefe und ihrem unbekannten Ursprung übten die Krater eine tiefe Faszination aus.

Erste Expeditionen wagten den Abstieg in die Tiefe und wie so viele Völker nach ihnen, stießen die Elfen das erste Mal auf Arnitium. Sie waren von seiner funkelnden Schönheit fasziniert, doch im Gegensatz zu all ihren Nachfolgern begannen sie nicht direkt mit dem Abbau und der Ausbeutung, sondern sahen in den riesigen Kristallen einen Quell magischer Energieströme. Einer dies Krater war der „Aegwarindon“ (Frei übersetzt aus dem elfischen “ der große Krater“). Über einen unscheinbaren und schmalen Zugangstunnel erreichten die Entdecker in etwa hundert Metern Tiefe eine gigantische Kammer, die ein eigenes Biosystem beherbergte. Das Sonnenlicht, dass durch den schmalen Tunnel in die Tiefe hinabschien, potenzierte sich durch die Reflektion der Kristalle zu einer taghellen Sonne und ließ in der Höhle einen tiefgrünen Wald aus dem Boden sprießen. Meterhohe Arnitiumkristalle thronten über den Baumkronen und im blau schimmernden Licht offenbarte sich eine Artenvielfalt, die dem malerischen Idyll Leben einhauchte. Die Elfen beschlossen genau an diesem Ort die erste große Stadt ihrer jungen Zivilisation zu errichten und tauften sie auf den Namen des Kraters Aegwarindon.

Ein Aufzug wurde im schmalen Zugang errichtet und die Siedler strömten in Scharen in die Tiefe um sich dort niederzulassen. Die mächtigsten Magier bildeten Zirkel um die Flora und Fauna dieser unwirklichen Welt zu studieren und sie schafften es die Macht der Arnitiumkristalle zu nutzen um „den Schleier“ zu errichten. Eine magische Barriere, der die Artania vor der Außenwelt verborgen hielt. Über Portale konnten Elfen aus den großen Zentren der Königreiche nach Aegwarindon reisen und die Stadt feierte ein exponentielles Wachstum. Abgeschottet von Kriegen, Konflikten und politischen Scharmützeln, konnten die Elfen über 600 Jahre lang gedeihen.

Doch aus Überlieferungen wissen wir, dass auch dieses Utopia nicht frei von Konflikten war. Die unterschiedlichen elfischen Gattungen stritten vor allem in der Anfangszeit immer wieder um die Vorherrschaft und auch die scheinbar unerschöpflichen Quellen an Nahrung gerieten nach nicht einmal 200 Jahren an ihre Belastungsgrenzen. Aegwarindon erreichte seinen Bevölkerungszenit und die Elfen waren gezwungen, sich über die Insel zu zerstreuen. Die Stadt sollte sich ihr Schicksal schließlich mit Artania teilen. Als sich die Insel auf den Meeresgrund zurückzog, verschwand mit ihr auch das Zentrum elfischen Lebens in den Tiefen. Verzweifelt versuchten die Elfen auf die Arche zu flüchten, doch für abertausende kam jede Hilfe zu spät. Aber die Verbindung zur einstigen Heimat blieb in Vielen tief verwurzelt. Jede Erhebung brachte Abenteurer hervor, die die Ruinen Aegwarindons erkunden wollten, doch die Zyklen veränderten die geologische Struktur Artanias immer weiter. Nach seinem ersten Niedergang war es niemandem mehr gelungen, den namensgebenden Zugang zu finden und Aegwarindon, gilt auch heute noch als verloren.