Session 23: Getrennte Wege

Farhiya, Langdo, Hisk und Belegar finden sich nach ihrem Sieg über Altharion wieder im Schlemmerstüberl ein, doch trotz ihres Triumphs will kein Gefühl von Leichtigkeit einkehren. Hisk stellt sich die Frage nach dem Sinn ihres Unterfangens und scheint der ständig neuen Probleme überdrüssig zu sein, während sein Volk jenseits der Arche mit den Widrigkeiten ihres Fortbestands konfrontiert ist. Und es dauert nicht lange bis jene Verwicklungen auch ihren Weg ins Schlemmerstüberl finden…

Der neue Wirt


Zur Verwunderung der Gruppe wurde der Besitz der Taverne an den Jungen Petro übergeben, der die Schenke mit stümperhafter Willkür und einem fragwürdigen Führungsstil leitet. Petro behandelt seine Bediensteten wie den letzten Dreck und seine extravagante Umgestaltung des Menüs wird über kurz oder lang auch den letzten eingefleischten Stammkunden in die Flucht treiben. Aber warum ist er überhaupt zum Eigentümer avanciert? Ehe sich diese Frage klären lässt trifft die Gruppe auf die übrigen Gäste der Taverne. Dabei sind Margok und Garok zu nennen. Zwei gnomische Haudegen, die Langdo durch einen Aushang am Anschlagbrett als Halsabschneider und Betrüger enttarnt, die unter dem Namen Tarok und Varok fast einen Mann in den Tod geschickt hätten. Außerdem entdeckt Langdo am Anschlagbrett den Aushang eines vermissten Wanderers, dessen Söhne Gromir und Tharn um sachdienliche Hinweise zu seinem Verbleib bitten. Er erinnert sich sofort: Das sind die Männer die für den Diebstahl von Belegars Axt verantwortlich sind.

Zu Langdos Freude sind die beiden Brüder Torsten und Torben gerade ebenfalls zugegen, sodass eine Überführung der Schurken an die hiesige Stadtwache nicht lange dauert.  Doch die beiden Kleinganoven sind nicht die einzigen fragwürdigen Gäste, die das Schlemmerstüberl zum gegenwertigen Zeitpunkt beherbergt. Unter einer Lederkluft hält sich ein Mann verborgen, den Hisk sofort als Mitglied seiner Gilde erkennt. Hisks Zerrissenheit wird immer weiter befeuert, als ihm sein Bruder Faylin vom Schicksal der Assassinen rund um Silvira berichtet, die rastlos durch die Lande ziehen und von Ort zu Ort verstoßen werden. Er trifft eine folgenschwere Entscheidung: Die Assassinen sollen nach Sturmsee segeln um dort ihre Zelte aufzuschlagen und er wird sich ihnen anschließen. Doch zuvor will Hisk noch seine Angelegenheiten in Themar klären, was von einem überaus ambitionierten Dektiv namens Aldur unerwartet verzögert wird. Aldur gehört die gleichnamige – wie er sie nennt – Detekt(h)ai Aldur.

Ein Wortspiel, dass von seiner eigenartigen Abstammung her rührt, da es sich bei ihm um eine Art menschlichen Hai auf zwei Beinen handelt. Aldur wurde aber nicht vom Blutgeruch eines arglosen Fischers angelockt, sondern hat sein Leben der kostenpflichten Spionage verschrieben. Sein aktuelles Opfer: Petro, den er für den Kopf einer großen Verschwörung rund um die Freibeuterbewegung hält. Doch auch wenn Aldur mit seinen Schlussfolgerungen und konspirativen Hypothesen weit weg von der Wahrheit operiert so teilen er und die Gruppe doch das gleiche Interesse. Was hat Petro getan? Die Gruppe schiebt der Jungen hinter den Tresen, wo er ihnen von seinem todsicheren und wohldurchdachten Plan berichtet. Im Keller befanden sich weitere Truhen vom Schatz der Freibeuter mit knapp 2000 Goldstücken. Petro hat einen Teil des Goldes benutzt um ein Testament seiner Mutter zu fälschen und die beiden Wachen Torsten und Torben bestochen um die Echtheit des Dokuments zu bezeugen. Gerade sei er damit beschäftigt die Taverne absichtlich gegen die Wand zu fahren um sie anschließend als Behausung für sich nutzen zu können und sich vom übrigen Gold, nachdem er die beiden leiblichen Kinder seiner Mutter von der Schwester Oberin Zaria ins Waisenhaus hat bringen lassen, ein schönes Leben zu machen. Zusammen schaffen es Belegar und Hisk ihn von einem neuen Plan zu überzeugen: Er soll die Taverne sofort schließen, Aldur bestechen damit er ihn in Frieden lässt und eine der Bediensteten als Hausmutter anstellen. Außerdem (und wohl der wichtigste Teil des neuen Plans) soll er fünfzig Prozent des gefundenen Goldes an Hisk abtreten, der es für den Wiederaufbau von Sturmsee benutzen wird. Petro willigt ein und ohne weitere Zwischenfälle können sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. Aldur lässt sich für einen relativ geringen Betrag abspeisen und offenbart, dass seine Auftraggeber die beiden Halbgeschwister von Petro waren, ehe er sich mit seinem Bestechungsgeld aus dem Staub macht. Farhiya gelingt es Petro, Marian und Felix miteinander zu versöhnen, während Hisk ihnen zu einer neuen Hausmutter verhilft und den ohnehin frustrierten Mitarbeiterinnen des Schlemmerstüberls neue Anstellungen im aufblühenden Sturmsee in Aussicht stellt. Fast scheint es als könne die Gruppe durchatmen. In der Taverne geht alles seiner Wege und es herrscht Aufbruchsstimmung, als Petro an der Tür des Schankraums eine Rose überreicht wird, die der Gruppe gewidmet ist. Langdo will sie genauer untersuchen und versucht sich an einen Reim darauf zu bilden, doch als er sie berührt verwelkt die anmutige Schönheit und Staub rieselt zwischen seinen Händen. Ein Zeichen Magdajels. Farhiya versucht die Unbekannte zu verfolgen und schafft es ihr zwei Straßenecken lang zu folgen ehe sich ihr Körper in einer Rauchwolke auflöst.

Aufbruch nach Sturmsee


Ehe die Gruppe ihre Reise nach Sturmsee fortsetzt, erwartet sie im Nebenraum der Gaststube noch Hendry, der von Gorstuks Gnaden von seiner Verwandlung in einen Arnifodex geläutert wurde. Er kann sich zwar weiterhin an nichts erinnern, was seit seiner „Rettung“ durch Altharion geschehen war, doch seine Dankbarkeit lässt sich kaum in Worte fassen. Er will sich erkenntlich zeigen und so schließt er sich Hisk und dessen Bemühungen in Sturmsee an und organisiert einen Ochsenkarren für die Abreise in das kleine Hafenstädtchen. Schwesteroberin Zaria ist mittlerweile auch im Schlemmstüberl eingetroffen und Hisk erfüllt seine Vereinbarung und nimmt die beiden elfischen Kinder (Caelis und Irandiel) entgegen um sie mit nach Sturmsee zu bringen, wo sie unter ihresgleichen frei von Repressionen ihre Kindheit verbringen sollen.

Die Reise nach Sturmsee verläuft ohne größere Zwischenfälle und als sie die Hafenstadt erreichen liegt eine Stimmung des Aufbruchs in der Luft. Es herrscht reges Treiben, überall werden die Spuren des Freibeuter-Angriffs beseitigt und ein Mann scheint im Zentrum dieser Mammutaufgabe die Geschicke der Stadt zu lenken – Herban. Nach dem Tod ihres Mannes Gundrak hat Nia die Stadt Hals über Kopf verlassen und die Bewohner der Stadt haben in einem Eilverfahren Herban zum neuen Vorsteher ernannt, der durch die Übernahme des Amts förmlich aufblüht. Das Schiff der Asssassinen ist ebenfalls bereits eingetroffen und so finden sich die ranghöchsten Elfen, Farhiya, Belegar und Langdo gemeinsam Lagerfeuer ein um einen letzten Abend in Gemeinschaft zu verbringen. Langdo nutzt die Gelegenheit um dem neuen Ortsvorsteher ein Angebot zu unterbreiten. Sturmsee wäre perfekt um dort ein Kloster der Brecher zu eröffnen. Hisk ist zunächst abgeneigt, da er denkt es handle sich bei den Brechern um Sandleute aus Nier, doch laut Langdo stammen die Brecher aus seiner Heimat Sadir, wo sie für ihre Stärke und ihre Rolle als Wächter des Reiches bekannt sind. Hisk ist weiterhin nicht überzeugt, doch Herban will den Gedanken nicht verwerfen und sieht in Langdos Angebot eine gute Chance die Position der Elfen in Sturmsee zu festigen und sich gegen mögliche Angriffe und Besitzansprüche der umliegenden Städte abzusichern. Doch heute ist nicht die Nacht für große politische Entscheidungen. Ein letztes Mal sitzen Farhiya, Belegar und Langdo zusammen mit Hisk am Feuer ehe sich ihre Wege trennen.

Zurück im Elendsviertel


Nunmehr zu dritt will die Gruppe in Altharions Versteck die geheimnisvolle Tür öffnen, deren Mechanismus Langdo durch die Zwischenebene entschlüsseln konnte. Da sie ihr Weg ohnehin durch Themar führt will Belegar dem Hauptmann Thorin einen kurzen Besuch abstatten um zu erfragen ob es Neuigkeiten von Beeron Yokdir gibt. Dort angekommen verneint Thorin Belegars Frage. Er habe sich dagegen entschlossen ein Wort über Belegars unfreiwilligen Mord an Beerons Frau zu verlieren. Thorin hält Belegar für einen aufrichtigen Mann und sollte diese Information ans Licht kommen, so drohe ihm der Strick. Zum Abschied erzählen die Drei Thorin von der Gruppe der Elfen rund um Hisk und Herban, die sich in Sturmsee niedergelassen habe und geben ihm den Hinweis sie nicht mit den flüchtigen Elfen auf den Flugblättern zu verwechseln. Der Hauptmann will daraufhin selbst nach Sturmsee reisen um sich ein Bild der Lage zu verschaffen und sich mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Im Elendsviertel angekommen erscheint der gesamte Bezirk verwaist. Vom Aufstand der noch tags zuvor stattgefunden hatte ist nur noch der leblose Körper Rasks übrig. Die dreien gehen zielstrebig zum alten Rathaus und steigen durch den Hintereingang in den Keller, wo Langdo mithilfe der Zahlenkombination die versiegelte Tür öffnet. Hinter der Tür erwartet die Gruppe eine Art Büro. Neben einem Schreibtisch auf dem die Gruppe eine an Altharion gerichtete Notiz findet befinden sich allerlei Tränke und die Garderobe des Nekromanten in den umliegenden Kisten.

Meister Altharion…
Ich habe mit eigenen Augen gesehen wie dumme Druidin euren Stab in Duras Heiligtum gerammt hat.
Das Ritual war erfolgreich und der Riss konnte geöffnet werden, doch eure Bemühungen scheinen noch nicht vollkommen vollendet zu sein. Die Kreaturen die aus dem Loch gekrochen kamen schienen nicht auf die Befehle eines Meister zu warten wie damals im Bergwerk. Ihr seid eurem Ziel eines ganzes Stück nähergekommen.
Das Arnitium kann kontrolliert werden…

Die Notiz offenbart das was die Gruppe bereits selbst über Dora erfahren konnte. Sie stand unter Altharions Einfluss und wurde benutzt um am Heiligtum ihr unheiliges Ritual zu vollziehen, doch wer der Schreiber der Notiz gewesen war, der sie scheinbar auf Schritt und Tritt verfolgte geht es aus dem Stück Papier nicht hervor.

Das Gefängnis


Durch eine im Boden eingelassene Luke und eine dahinter befindliche Leiter gelangen die drei tiefer in Altharions Unterschlupf. Hinter der Illusion einer Felswand, die nur von einer Seite durchschritten werden kann erstreckt sich ein Kerkerkomplex und in einer der Zellen treffen sie auf einen ausgemergelten, aber trotz aller durchlebten Strapazen, stattlichen Ork dessen leuchtende Augen sofort Ehrfurcht einflößen – Morzugh. Er ist Opfer von Altharions Machenschaften und wird seit geraumer Zeit in diesem Verlies gefangen gehalten. Morzugh begegnet der Gruppe feindselig, da er sie für Schergen des Nekromanten hält, doch als ihm Belegar den abgetrennten Kopf Altharions präsentiert gelingt es ihm das Vertrauen des missmutigen Orks zu erlangen, der auf Rache aus ist. Morzugh bittet um den Kopf und als er ihm von der Gruppe ausgehändigt wird beschwört er den Zauber „Mit Toten sprechen“ herauf um seinem verhassten Widersacher ein paar Worte zu entlocken, doch dieser faselt nur Kauderwelsch und voller Wut zertrampelt Morzugh den Kopf bis nur noch eine breiige Masse von ihm über ist. Langdo und Farhiya sehen sich unterdessen etwas genauer um und entdecken ein Treppenhaus das direkt in das alte Rathaus zu führen scheint, sowie eine eigenartige Grabungsstätte, die in einer Art Arnitiumsee mündet, der von eigenartigen Pumpen gefüllt wird. Ohne Hisks meisterhafte Fertigkeit des Schlossknackens haben die drei keine Möglichkeit Morzugh von seinem Schicksal zu befreien, aber der Ork weiß, dass die Wachen regelmäßig durch die Gänge patrouillieren und einen Schlüssel bei sich tragen. Sie lassen nicht lange auf sich warten…

Die Tür am Ende des Ganges schiebt sich mit einem lauten Krachen über den steinernen Boden und zwei Zwerge, Albert und Migard treten hindurch. Langdo schaltet blitzschnell und nutz einen Zauber um sich als Altharion auszugeben. Im durchdringenden Befehlston richtet er sein Wort an die Beiden und weist sie an den Schlüssel zum Verlies zu bringen, doch der Zauber ist nur bei einem der Zwerge erfolgreich, der sofort Kehrt macht um den Schlüssel zu besorgen. Albert hingegen schaut verdutzt und kann sich keinen Reim aus der Situation machen, hatte er doch hier unten keine Fremdlinge erwartet. Belegars Blick wandert auf die Rüstung des Zwergs. Er kennt den Mann zwar nicht, aber das Zeichen ist eindeutig. Albert ist Teil der Eisenfäuste, der Söldnertruppe dessen Anführer Molag Belegar einst unter seine Fittiche nahm. Belegar tauscht den Akamagosh der Eisenfäuste mit seinem Bruder im Geiste aus und die Situation entspannt sich ein wenig. Albert berichtet davon, dass er und seine Truppe auf Befehl von Molag Altharion unterstellt wurden um ihn bei Ausgrabungsarbeiten zu unterstützen und die Bewachung des Gefängnisses zu übernehmen. Molag sei unterdessen an der Seite von Terryn Blagok. Genaueres wurde ihnen jedoch nicht erzählt, außer dass ihre Mission einem höheren Gut diene und von äußerster Bedeutung sei. Migard kehrt hastig zurück und nachdem Langdos Einfluss erlischt wird auch er über die jüngsten Entwicklung instruiert und der matschige Kopf Altharions wird den beiden zur Untermauerung präsentiert. Wie es die Gebräuche der Eisenfäuste besagen ist ein errungener Sieg in Ehren zu halten. Die Gruppe bekommt die Schlüssel und befreit Morzugh aus seinem Kerker. Der Ork hätte Altharion gern selbst ausgelöscht, doch gegen die zwergischen Wachen hege er keinen Groll. Albert und Migard müssen sich mit der neuen Situation erst einmal arrangieren, hatten sie doch keine Ahnung, dass Altharion Nekromantie anwendete um göttliche Kräfte zu missbrauchen. Doch je mehr sie von der Gruppe erfahren umso einleuchtender erscheint ihnen, was sie im Kerker mit eigenen Augen gesehen haben. Altharion habe einige der Gefangenen förmlich ausgesaugt und sie grausamen Folterritualen unterzogen. Erst neulich sei ein eigenartiges Monster von Altharion aus seinen Gemächern geführt worden und ein ausgemagerter älterer Mann, der ebenfalls hier unten gefangen gehalten wird, sei schon seit geraumer Zeit Objekt von Altharions ganz privaten Grausamkeiten gewesen. Die Gruppe tappt unterdessen weiter in ungewissen Hypothesen ohne klare Antworten. Was hat es mit den komischen Grabungen hier unten auf sich? Und wieso finden sich wieder die Spuren des Arnitiums, wie sie auch in Gorstuks Heiligtum auftraten? Wer ist der Mann von dem die beiden Zwerge sprechen? Könnte es Tarnarok gewesen sein, der sich in dem verzweifelten Brief an Magdajel wandte? Einst ist gewiss. Die Antworten liegen verborgen – Tiefer in Altharions Verlies…